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HOLZBOOTBAUKUNST AUS BREMEN

Der Bootsbaumeister Hermann Claus baute in Handarbeit klassische Mahagoni Holzboote  in Bremen.  Knapp 90 Holzboote baute er in Bremen an der kleinen Wümme und Lesum.  Die individuellen Einzelstücke die Hermi baute finden sich heute weltweit von Bremen über Berlin und Düsseldorf bis nach Dänemark und Italien. Wir haben zusammengetragen wie alles angefangen hat bis hin zu den einzelnen Booten. 

Bootsbauer

Hermann Claus

Es war schwer in der Nachkriegszeit eine Lehrstelle zu finden, so steckte der Vater von Hermi Claus seinen Sohn in eine Schuhmacherlehre. Dort hielt er es nur ein halbes Jahr aus und wechselte dann zu Wilhelm Heuer, Bootsbaumeister am Weidedamm. 

Bedingt durch diverse Streiks in der Wirtschaft wechselt Hermann Claus nach Ende seiner Lehrzeit in die Bootswerft von Jan de Dood oberhalb des Weserwehrs und von dort zur Großwerft AG "Weser", wo er auf den Schnürboden und anderweitig für diversen Schiffsbau eingesetzt wird. 

Hinter dem Haus seiner Eltern fängt Hermann Claus an zwei Canadier zu bauen. Seine Annemarie heiratete er 1957 und fährt mir Ihr samt Faltboot nach Dänemark. Wie der Zufall es so will ist der damaliege Onkel von Annemarie Claus der Vorsitzende des Landes-Kanu-Verbandes Bremen, zu dieser Zeit. Dieser suchte einen Bootsbauer der Ihm hilft, ein wichtiges Projekt zu verwirklichen - das Motorkanu. 

Den Entwurf  für diesen Bootsneuling hat damals der Bootsbaumeister Walter Mater gerissen. Hier bat sich das Sprungbrett in die Selbstständigkeit für Hermi in der alten Werkstatt von Friedrich Bremermann am Kuhgraben, die er kurzerhand pachtetet. 

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Dort baute er den ersten neuen Kanu-Typ "Roland" zunächst in einer Kleinserie von drei Exemplaren.  Infolge der vorgeschriebenen schwachen Motorisierung von höchstens zehn PS wird das Bot aber kein Hit, weil es zu langsam ist. 

Der Roland ist als Rundspant-Konstruktion ein schneller Verdränger, kommt mit den Zugelassenen PS nur schwer ins Gleiten. Weil nicht mehr PS laut den Vorschriften des Verbands erlaubt sind, läuft es aus. 

Weil die Selbstständigkeit für jemanden damals voraussetzte, dass er den Meistertitel besitzt, wirkt für Hermi Claus der Bootsbauer Wilhelm G. Heuer still im Hintergrund. Sein Betrieb am Torfkanal  ruht weitgehend. 

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Familie, Freunde und Meister

Mit Dieter Konig der bekannter Bootsmotiore-Hersteller aus Berlin, entwickelt sich über die Jahre eine dicke Freundschaft. König hält in Bremen Lehrgänge ab und Hermi wohnz während seiner Berlin-Besuche bei König.


Doch was die Werkstatt angeht wird ein Umzug notwendig, weil der Pachtvertrag Ihm zur Selbst Nutzung gekündigt wurde. Da ging es für Hermann nun an die Munte in der Waschküche hinter Tappes Kaffeehaus – alles sozusagen in der Nachbarschaft. Hier entstehen in den Anfängen der 60iger Jahre die kurzen und schnellen Wellenbinder vom Typ „Sirr“ (Finde hier „Sirr“ und 89 weitere Hermann Claus Originale), und auch größere Versionen wie „Aldebaran“ die sich alljährlich zur Schnelligkeitsregatta des Landes-Kanu-Verbandes Bremen auf der Weser bei der Stephanie Kirche auf den vorderen Plätzen einfinden. 

1962 schließt das Ehepaar Claus einen Pachtvertrag mit der Stadt Bremen für das Gelände „Auf dem Wümmestück“ an der kleinen Wümme, wo das eigene Bootshaus entstehen soll, den die Werft in der alten Waschküche muss verschwinden, weil dort eine Kegelbahn gebaut und Parkplatz angelegt wird.

Diese Zeit der „Sirr´s“ und Aldebaran´s“ werden mittlerweile als Blütezeit der Claus-Werft von der Kleinen Wümme bezeichnet. Sie stellen so sagt man den Höhepunkt des Schaffens von Hermi Claus dar.

Der Umzug und Transport der feinen Mahagonie-Holzboote geschieht auf die Wasserwege die kleine Wümme entlang. Das ist günstiger und es auch die Straße der Boote. So war es auch für den Umzug der Werft – für einen echten Meisterbootsmeister.Hilfe bekommt er dabei von dem Maurermeister, seinen Schwager Ekhard Krüger, der später auch Hermanns Haus an der Lesum baut.

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An der Bremer Lesum kurz oberhalb des Sturmflutsperrwerks ergibt unerwartet Anfang der 70er Jahre die Möglichkeit, ein Grundstück zu erwerben.

 

Darauf kommt wenig später der Steg und Bootsanleger der Familie Claus (Der heute als Familienanleger von der Familie Behrens weitergeführt wird). Später kommt ein Wohnhaus mit Duschen und Toiletten für die Bootsleute hinzu, bezogen wird das haus erst 1980.

Einschließlich der erbauten Rümpfe, die durch die Eigner anderswo ausgebaut werden, hat die Bootswerft Hermann Claus die stolze Zahl von neunzig Holzbooten erreicht.

Hermann Claus erliegt am 21.Juli 2013 seinem Krebsleiden. Noch bis April des Jahres ist er täglich in seiner Werkstadt a, Wümmestück 6 tätig.

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Mahagoni Deck

Klassisches HC Mahagoni Deck mit weißen Streifen

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Marine-
Sperrholz

Vorteil -die Boots waren sogar ohne Anstrich komplett Wasserdicht.

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Das Leben an Board muss Spaß machen und viele Pfiffige Ideen sorgen für nötigen Raum dafür. 

Stauraum

Woran erkennt man ein Hermann Claus Boot?
- 3 klassische Merkmale -